#90 - Karfreitag

Halli hallo,

ich hoffe, dass es Euch allen gut geht und Ihr schöne Ostertage habt. Gestern war Karfreitag und auch wenn meine Familie nie in die Kirche geht, sind sie alle gläubig und der Freund meiner Gastmutter betet sogar jeden Abend kurz in Stille vor der Bibel. Deshalb gab es gestern ein etwas besondereres Mittagessen mit einem Nachbarspärchen und zwei männlichen Arbeitskollegen meiner Gastmutter.

Da wir ja Schulfrei haben, bin ich etwas später aufgestanden und habe dann so gegen halb zehn Uhr morgens gefrühstückt. Am Vorabend hat meine Gastmutter von einer guten Freundin und Arbeitskollegin ein paar Jambos (Rosenäpfel), Castanhas do Pará (Nüsse des Paranussbaums) und ein paar Stücke von einem Kuchen und einer Torte mitgebracht. Von den Rosenäpfeln war ich total begeistert, da ich diese noch nie zuvor gesehen habe. Als ich das erste Mal daran gerochen habe, habe ich einen leichten Alkohol- und beim zweiten Mal einen Rosengeruch gerochen. Ich habe es auch sofort gegooglet, aber ich habe nur herausgefunden, dass der Name dafür "Rosenapfel" ist und diese Sorte auch in Thailand wächst. Den Rosenapfel habe ich total genossen. Ich dachte, dass es eine sehr trockene Frucht ist, aber die Frucht ist total saftig, sauer und erinnert ein bisschen an einen Pfirsich oder eine Nektarine. Auf jeden Fall habe ich mir dann gegen halb zehn Frühstück gemacht und da ich am Tag zuvor nur ein Viertel der Avocado benutzt habe, gab es wieder Avocadotoasts, Wassermelone und dann noch ein Glas Milch und den Rosenapfel dazu. Es war übrigens total komisch, wieder normale und "fertige" Milch zu trinken, da ich ja seit Monaten nur noch Milchpulver-Milch für meinen täglichen Haferbrei benutze und das viel verdünnter und wässriger schmeckt.

Dann haben wir um zehn auch schon angefangen, das Essen vorzubereiten und die Wohnung aufzuräumen und zu putzen. Meine Gastschwester hat unser Zimmer gemacht, der Freund meiner Gastmutter das Wohnzimmer und den Flur geputzt (Boden) und meine Gastmutter und ich haben angefangen, zu kochen. Da alle durch mich angefangen haben, Salat zu essen, wollen sie den nun immer von mir haben, also habe ich mit Vergnügen Salat gemacht. Außerdem gab es dann noch ein ganz leckeres und zartes Fischfilet (die Fischsorte heißt "Dourada", aber ich finde darüber nichts bei Google), Reis, Bohnen, Kartoffelpurree und zum Nachtisch eine Cupuaçu-Creme. Cupuaçu ist eine Frucht, welche hier in Brasilien wächst, und auch als Kakaopflanze bekannt ist. Der Geschmack ist einzigartig und mir schmeckt es wirklich total.

Nun ein paar Bilder


 Der Rosenapfel
 Das Fruchtfleisch ist weiß und saftig
 Castanhas do Pará mit Schale
 Bohnen am Kochen

Das letzte Bild ist von heute. Eigentlich dachte ich, dass ich mit der Idee eines Geburtstagsfrühstücks alleine bin, jedoch habe ich mich geirrt. Der Freund meiner Gastmutter und unsere Nachbarn (Samara und Sidney) haben gestern Nachmittag noch geplant, morgen früh ein Geburtstagsfrühstück für meine Gastmutter zu machen. Dazu soll es frische Wassermelone, andere Früchte, Kuchen und Brot geben. Ich fand das ein bisschen doof, weil ich dachte, dass ich dann eine Überraschung für alle an Ostern habe, aber ich freue mich doch, dass ich dann nicht alles alleine machen muss. Ich kümmere mich jetzt bis jetzt nur um die Brötchen, die ich gerne selber backen will. Dazu habe ich heute auch schon den Teig (siehe oben) vorbereitet. Ich habe noch nie selber Brötchen oder Brot gebacken und deshalb bin ich total gespannt, ob daraus etwas wird.

Da ich gerade kein Geld mehr hier hatte und ich ohne Geld auch leider nicht zur Bank komme, konnte ich nun kein anderes Mehl mehr kaufen, also habe ich einfach das Mehl genommen, was wir hier bereits stehen hatten (leider ist es Weißmehl und schon mit Backpulver vermischt). Dann habe ich bemerkt, dass wir keine Küchenwaage haben, also habe ich einfach Pi mal Daumen an Mehl in eine Schale gegeben, ein Päckchen Hefe dazugeschüttet und alles mit zwei Teelöffeln Salz vermengt. Dann habe ich ca. 300-350ml warmes Wasser dazugegeben und alles durchgeknetet. Anschließend abgedeckt für eine Stunde im Wohnzimmer (warmer Ort haha) gehen lassen, danach nochmal durchgeknetet und mit Mehl bestäubt und dann wieder etwas gehen gelassen. Den Teig werde ich dann über Nacht in den Kühlschrank stellen und mein Glück morgen versuchen. Ein paar der Brötchen werde ich befeuchten und mit Sonnenblumkernen und Leinsamen bestreuen. Da das aber nicht jeder mag, lasse ich den Rest einfach weiß. Ich bin echt gespannt, ob es klappen und vor allem schmecken wird. Hoffentlich versaut das Backpulver aus dem Mehl nichts :D


Ich melde mich dann morgen oder übermorgen wieder und berichte, wie Ostern war und ob etwas aus meinen Brötchen geworden ist :D
Also macht's gut und genießt Ostern mit Eurer Familie oder Gastfamilie.


Eure


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